Vor ungefähr 25 Jahren hat sich für Unternehmen eine neue Frage gestellt: Werde ich gefunden? Wer auf Position 1 bei Google war, hat gewonnen. SEO wurde eine Disziplin, eine Industrie, ein Standard. Jeder mittelständische Betrieb hat es irgendwann auf der Agenda gehabt.
Heute steht uns ein vergleichbarer Wendepunkt bevor — nur dieses Mal ist die Frage subtiler: Werde ich genannt?
Position 1 bei Google ist alt. Die Empfehlung von ChatGPT ist neu.
Die Bewegung ist da. Niemand spricht drüber.
Schauen wir auf die Daten: Im Mai 2026 zeigen aggregierte Branchen-Auswertungen, dass rund 70% der Kaufentscheidungs-Recherchen inzwischen unter Beteiligung eines KI-Assistenten stattfinden. ChatGPT, Claude, Perplexity, Gemini — vier Systeme, die Millionen Empfehlungen täglich aussprechen.
Die Konsequenz ist messbar: Die Klickrate auf Google-Position 1 ist laut SimilarWeb 2026 um 43% gesunken. Nicht weil Google plötzlich kaputt ist — sondern weil Google AI Overviews die Antwort gibt, bevor der User klickt. Und wer nicht in der Antwort steht, existiert für diesen User nicht.
Das ist der Punkt: KI-Assistenten geben Empfehlungen aus. Sie sind nicht eine Liste von Treffern — sie sind ein einzelner Vorschlag. Wer dort genannt wird, gewinnt. Wer nicht genannt wird, ist unsichtbar.
Wie LLMs überhaupt empfehlen.
Die großen Sprachmodelle ziehen ihre Empfehlungen nicht aus dem Nichts. Sie analysieren Trainingsdaten, sie ranken Autoritäts-Signale, sie gewichten Erwähnungen in seriösen Quellen. Das ist mehr Wissenschaft als Marketing.
Konkret: Wenn ChatGPT gefragt wird "Welcher Webdesigner in Stuttgart ist gut?", konsultiert es seinen Wissensspeicher und sucht nach Marken, die in vertrauenswürdigen Quellen häufig im richtigen Kontext genannt wurden. Wikipedia, Branchen-Foren, qualitative Reviews, Fachpublikationen, eigene strukturierte Daten.
Anders gesagt: Wer in den Quellen erscheint, die LLMs als verlässlich einstufen — Wikipedia-Einträge, Q&A-Foren mit qualitativen Antworten, lokale Verzeichnisse mit Konsistenz, Branchenpresse — wird wahrscheinlicher empfohlen. Wer dort fehlt, kann technisch noch so gut sein und bleibt trotzdem unsichtbar.
Zwei wichtige Begriffe: GEO und AEO.
GEO — Generative Engine Optimization. Die Disziplin, Marken so im Web zu positionieren, dass generative KI-Systeme sie als Empfehlungswürdig einstufen. Das beginnt bei Schema.org-Markup, geht über Knowledge-Graph-Einträge bis hin zu strategischer Präsenz in Foren und Branchenmedien.
AEO — Answer Engine Optimization. Die spezifischere Form, in der Inhalte so strukturiert werden, dass Antwortmaschinen (KI-Assistenten, Google AI Overviews, Perplexity-Antworten) sie direkt zitieren können. FAQ-Schema, How-To-Markup, Speakable-Spec.
Beide gehen Hand in Hand. Und beide sind aktuell eine Lücke, die kaum jemand strategisch bedient.
Was das für Sie bedeutet.
Wenn Sie ein lokaler Mittelständler in Stuttgart sind — Optiker, Anwalt, Zahnarzt, Restaurant, Handwerksbetrieb — dann hat sich das Suchverhalten Ihrer Kunden bereits verändert, ob Sie es wahrnehmen oder nicht. Die jüngeren fragen ChatGPT vor Google. Die älteren beginnen damit, vor allem wenn sie eine zweite Meinung wollen oder ein Problem unklar ist.
Die gute Nachricht: die meisten Ihrer Wettbewerber haben sich noch nicht darauf eingestellt. Das Window für strategische Positionierung ist offen — vielleicht für 12 bis 18 Monate, bevor es ein Standard wird wie SEO heute. Wer in dieser Phase systematisch arbeitet, baut einen Vorsprung auf, den nachfolgende Bewerber nur mit hohem Aufwand einholen.
Das Window ist offen. Etwa 12 bis 18 Monate, bis KI-Sichtbarkeit Standard wird.
Was wir konkret tun.
Wenn Sie mit uns arbeiten, durchlaufen wir typischerweise sechs strategische Hebel:
1. Entity-Identifikation. Wir sorgen dafür, dass LLMs Ihre Marke als klare, abgegrenzte Entität verstehen — über Schema.org-Markup, Wikidata-Verknüpfungen, konsistente NAP-Daten in allen Verzeichnissen.
2. Autoritäts-Aufbau. Erwähnungen in den Quellen, aus denen LLMs ihre Empfehlungen ableiten — Wikipedia, Branchenmedien, qualifizierte Foren, Q&A-Plattformen.
3. Strukturierte Inhalte. FAQ-Schema, How-To-Markup, Speakable-Spec. Inhalte, die direkt extrahiert und zitiert werden können.
4. AI-Crawler-Optimierung. llms.txt-Datei, korrekte robots.txt-Whitelist für GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot, Google-Extended. Wir signalisieren, was die Crawler lesen sollen.
5. Review- & Sentiment-Engineering. Strukturierter Aufbau aggregierter positiver Erwähnungen. LLMs lesen Sentiment aus dem Web — wir steuern die Quellen, die sie sehen.
6. Monitoring & Iteration. Monatliches Tracking: Tauchen Sie in welchen KI-Antworten auf? Mit welchem Sentiment? Datenbasiert nachjustieren statt blind hoffen.
Ein letzter Gedanke.
Es geht nicht darum, Google zu ersetzen. Klassisches SEO bleibt relevant — auch in 2026. Aber wer heute denkt, dass Position 1 noch das Endspiel ist, hat das Endspiel der nächsten Jahre verpasst.
Werd genannt. Das ist der nächste Schritt. Und wer ihn jetzt macht, hat in 18 Monaten einen schwer einholbaren Vorsprung.